Fit fürs Seepferdchen

Was Ihr Kind können muss – und wie Sie mitüben können

Vom Planschen zum Wasserführerschein: Ideen fürs Üben zwischendurch

In einem unserer letzten Beiträge haben wir erklärt, warum das Seepferdchen mehr ist als eine Belohnung für den Schwimmkurs. Es zeigt, dass Ihr Kind wichtige Fähigkeiten erworben hat und sich zunehmend sicher im Wasser bewegen kann.

Heute geht es darum, wie Sie Ihr Kind auf diesem Weg zu Hause und bei gemeinsamen Schwimmbadbesuchen unterstützen können.

Was Ihr Kind für das Seepferdchen lernt

Damit Ihr Kind das Seepferdchen erreichen kann, braucht es verschiedene Fähigkeiten:

  • 25 Meter sicher und ruhig schwimmen
  • eine saubere Atemtechnik und einen passenden Beinschlag
  • schultertief tauchen – ohne Schwimmbrille und ohne die Nase zuzuhalten
  • Bade- und Sicherheitsregeln kennen und verstehen
  • ins tiefe Wasser springen
  • sich im Wasser sichtlich sicher und wohl fühlen

Schwimmenlernen ist ein Prozess. Manche Kinder brauchen für einzelne Schritte etwas länger, andere machen plötzlich große Fortschritte.

Die Baderegeln zum Üben
Mit Köpfchen ins Wasser

Fühlst du dich krank, schlapp oder sehr müde? Dann ist heute vielleicht ein Pausentag.
Beispiel: Dir ist schwindelig oder du fühlst dich nicht gut? Dann bleib lieber draußen und erhole dich.

Im Wasser kann immer etwas passieren. Deshalb sollte jemand in der Nähe sein, der dir helfen kann.
Beispiel: Du gehst an einen See? Dann bade nur dort, wo jemand auf dich aufpassen und dir im Notfall helfen kann.

Wenn du selbst in Gefahr bist, ruf laut „Hilfe!“ und winke mit den Armen. Siehst du jemanden, der Hilfe braucht, hole schnell einen Erwachsenen.
Wichtig: Ruf niemals zum Spaß „Hilfe!“ – sonst wissen andere nicht, wann es wirklich ernst ist.

Sag Mama, Papa oder einer anderen Aufsichtsperson: „Ich gehe jetzt ins Wasser!“
So wissen alle, wo du bist – auch wenn sie dich gerade nicht sehen können.

Nach einer großen Mahlzeit braucht dein Bauch erst einmal eine kleine Pause. Aber auch mit richtig knurrendem Magen solltest du nicht schwimmen gehen.
Beispiel: Nach einem großen Mittagessen nicht sofort ins Wasser springen – und auch nicht schwimmen gehen, wenn du vor Hunger schon ganz schlapp bist.

Wenn du gerade in der Sonne gespielt hast und ganz heiß bist, geh nicht sofort ins kalte Wasser.
Beispiel: Erst Füße und Arme nass machen, kurz abkühlen – und dann langsam ins Wasser gehen.

Am Wasser wird nicht gerannt, geschubst oder untergetaucht.
Beispiel: Auch wenn du deinen Freund zum Lachen bringen möchtest: Schubse ihn niemals ins Wasser und drücke ihn nicht unter Wasser.

Schwimmflügel, Luftmatratzen und Schwimmtiere sind zum Spielen da. Sie können aber plötzlich wegrutschen, umkippen oder Luft verlieren.
Beispiel: Auch mit Schwimmflügeln bleibst du deshalb dort, wo du sicher bist und wo jemand auf dich aufpasst.

Blitz, Donner oder starker Regen? Dann heißt es: Wasser verlassen!
Beispiel: Du hörst plötzlich Donner, obwohl die Sonne noch scheint? Geh sofort aus dem Wasser und suche einen sicheren Ort auf.

Nicht überall darf man ins Wasser springen. Spring nur an dafür vorgesehenen Stellen. Dort muss das Wasser frei und tief genug sein.
Beispiel: Siehst du ein Schild „Springen verboten“? Dann wird nicht gesprungen – auch wenn das Wasser noch so verlockend aussieht.

Baderegeln zum Nachlesen und Herunterladen

Die offiziellen Baderegeln finden Sie außerdem auf der Seite der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zum Download in verschiedenen Sprachen.

-> Baderegeln der DRK-Wasserwacht ansehen und herunterladen

Kleine Übungen für zwischen den Kurseinheiten
Vertiefen und Üben ohne Druck!

Ein wichtiger Hinweis vorab: Beinschlag, Atmung, Tauchen und Springen üben wir im Kurs Schritt für Schritt und in der richtigen Reihenfolge.

Sie müssen zu Hause also nichts „nachholen“. Sie können aber zwischen den Kursstunden kleine Gelegenheiten schaffen, um das Gelernte spielerisch zu vertiefen.

Frosch, Schere, Bleistift – so werden die Bewegungen vertraut

Die Bewegungsabläufe können Sie sogar an Land üben – zum Beispiel auf dem Sofa. Unterstützen Sie die Beinbewegung zunächst mit den Händen und lassen Sie das Kind es dann alleine versuchen, so wird ihm die Bewegung vertrauter.

Langsam ans Tauchen gewöhnen

Die ersten Schritte zum Tauchen lassen sich prima zu Hause üben. Lassen Sie Ihr Kind am Waschbecken das Gesicht langsam an das Wasser gewöhnen: erst die Ohren, dann die Nasenspitze, dem Wasser einen Kuss geben. Wenn das gut klappt, kann das ganze Gesicht ins Wasser und Ihr Kind hineinblubbern. So ist bald „Wasser im Gesicht und in der Nase“ nicht mehr so schlimm 😉
Wichtig:
Bitte ganz ohne Druck- der Zugang soll möglichst spielerisch erfolgen.

Gemeinsam ins Wasser – spielen, planschen, wohlfühlen

Der wichtigste Tipp: gemeinsame Zeit im Wasser ohne Leistungsdruck.

Planschen, spielen, tauchen, spritzen – ganz egal, was gerade Spaß macht. Je entspannter Ihr Kind das Wasser erlebt, desto leichter kann es sich auf neue Bewegungen einlassen.

25 Meter schaffen – mit Sicherheit und der richtigen Technik

Was unsere Eltern manchmal überrascht: Solange der Beinschlag noch nicht sauber funktioniert – Frosch, Schere und Bleistift – sollte Ihr Kind außerhalb des Kurses nicht zu früh ohne Gürtel schwimmen, auch wenn es sich schon recht sicher fühlt oder vielleicht sogar das Fröschchen geschafft hat.

„Ich kann doch schon schwimmen – warum brauche ich jetzt wieder den Gürtel?“

Mit etwas Unterstützung kann sich Ihr Kind besser auf eine ruhige und saubere Schwimmbewegung konzentrieren. Ohne diese Sicherheit versucht es möglicherweise, ein Bein näher am Boden zu halten. So kann sich eine Schere im Beinschlag entwickeln – und die ist später oft schwer wieder loszuwerden.

Deshalb: Lieber am Anfang etwas mehr Sicherheit geben und dafür in Ruhe an der richtigen Technik arbeiten.

Buchempfehlung

Zum neugierig machen und spielerischen Beschäftigen mit dem Thema hat der Ravensburger Verlag in der Reihe „Wieso? Weshalb? Warum?“ ein süßes Buch für angehende kleine Wasserratten ab ca. 4 Jahren herausgebracht: „Komm mit zum Schwimmen“.

Auf 16 Seiten geht es ums Planschen, Tauchen und Schwimmen, aber auch darum, was im Schwimmkurs passiert und welche Baderegeln wichtig sind. Die Klappen und Bilder machen die verschiedenen Abläufe für Kinder anschaulich und laden zum gemeinsamen Entdecken ein.

-> Komm mit zum Schwimmen – Ravensburger

Zum Schluss

Die Technik, die Reihenfolge und das richtige Tempo übernehmen wir selbstverständlich im Kurs. Ihre Unterstützung zu Hause ist eine schöne Ergänzung dazu – kein Muss und kein Wettlauf.

Üben Sie mit Geduld und vergleichen Sie Ihr Kind nicht mit anderen. Jedes Kind lernt anders und in seinem eigenen Tempo.

Was zählt, ist nicht, wie schnell das Seepferdchen kommt. Wichtig ist, dass Ihr Kind Schritt für Schritt sicherer wird, Vertrauen ins Wasser entwickelt und immer mehr Spaß an den neuen Bewegungen im Wasser bekommt.

Wir freuen uns, wenn wir Sie und Ihr Kind auf diesem Weg begleiten dürfen.

Ihre Andrea Bühler & Team